Warum echte Entscheidungen das Leben einfacher machen

Warum echte Entscheidungen das Leben einfacher machen

Vermutlich wirst du dich fragen, was eine „echte Entscheidung“ ist. Eine Entscheidung ist schließlich eine Entscheidung, oder?

Jein. Ich bin davon überzeugt, dass Worte viel Macht besitzen, besonders die Worte, die wir uns selbst sagen. Trotzdem werfen wir mit großen Worten, wie Liebe, Freundschaft, Hass oder eben auch Entscheidungen oft recht sorglos um uns.
Nicht alles, was wir als eine Entscheidung definieren, ist auch tatsächlich eine. Oft entscheiden wir uns nur zum Schein für etwas oder sehr halbherzig. Das erkennst du dann immer daran, dass du etwas nicht durchhältst.

Hinter halbherzigen Entscheidungen steckt oft der Glaube, etwas zu sollen.
„Ich sollte mit dem rauchen aufhören.“
„Ich sollte wohl abnehmen“ oder „Ich würde gern abnehmen.“
„Ich sollte mehr Sport machen.“
„Ich sollte anfangen zu sparen.“

Sollte und Würde sind unglaublich schwache Wörter. Sie relativieren jeden Satz, in dem sie vorkommen und schwächen dadurch auch jede Entscheidung. Wenn du sagst, du solltest mehr Sport machen und meldest dich dann zum Beispiel in einem Fitnesscenter an (wenn du überhaupt bis an diesen Punkt kommst), kann ich dir garantieren, dass du maximal ein paar Wochen hingehst – und auch das eher sporadisch. 

Ich werde es tun

„Ich werde ab sofort regelmäßig zum Sport gehen. Angemeldet bin ich schon aus meiner Larifari-Phase. Ich setze mich jetzt hin und notiere die Tage, an denen ich hingehe und auch, was ich dann mache. Der erste Tag ist heute.“

„Ich werde 10 Kilo abnehmen. Ich lade mir jetzt sofort eine Kalorienapp herunter, errechne meinen Bedarf und werde alles, was ich künftig zu mir nehme, notieren. Ich werde immer und unter allen Umständen in meinem vorher festgeschriebenen Defizit bleiben, um das Gewicht zu verlieren. Es wird keine Ausnahmetage geben, bis ich mein Ziel erreicht habe.“

DAS sind Entscheidungen.

Eine Entscheidung ist kein Wunschkonzert. Sie löst immer und mit sofortiger Wirkung eine Änderung aus. Das passiert in genau dem Moment, in dem du diese Entscheidung triffst. Du brauchst keine Wochen oder Monate, um dich an etwas neues zu gewöhnen. Wenn du dich wirklich ehrlich und fest aus Überzeugung für etwas entscheidest, dann hast du ich in diesem Moment geändert. 

Beispiel: Ernährungsumstellung

Ich habe mich dazu entschieden, mich nur noch vegan zu ernähren. Da ich noch einige Eier und etwas Fisch da hatte, wollte ich sie noch aufbrauchen, um nichts zu verschwenden. Spiegeleier habe ich früher geliebt, weshalb ich mir welche machte, um die Eier zu reduzieren. Der erste Bissen war schon super eklig und ich beschloss, alle nicht veganen Lebensmittel einzusammeln und meiner Mutter zu bringen. 

Was war passiert? Hatte ich das Gericht falsch zubereitet? 

Das Gericht war wie immer das selbe – aber ich hatte mich verändert. Ich hatte mich aus tiefster Überzeugung dazu entschieden, mich jetzt anders zu ernähren. Ich brauchte keine Umgewöhnung, kein langsames herantasten oder den Umweg über den Vegetarismus. Und vor allem brauche ich keine „Cheatdays“ an denen „auch mal omnivores geht“. Das Verlangen nach all den Gerichten „ohne die ich nicht kann“ war von einen Moment auf den anderen komplett weg und ich vermisse nichts – einfach weil ich es so entschieden habe.

Echte Entscheidungen sind ein sehr starkes Hilfsmittel, wenn es für dich darum geht, Dinge in deinem Leben zu ändern. 

Kleine Entscheidungen kosten Kraft

Ich werde oft gefragt, wie ich mich dazu motiviere, regelmäßig zum Training zu gehen oder früh aufzustehen, um vor der Arbeit noch etwas für meine vielen Projekte zu machen.

Das schöne an Entscheidungen ist: Ich muss mich gar nicht motivieren. Weil ich schon entschieden habe, dass ich es tue.
Lass uns doch einmal etwas genauer prüfen, was Motivation eigentlich ist. 

Nehmen wir das Beispiel „früh aufstehen“. Um früh aufzustehen, brauchst du eine große Menge Motivation, die dich aus dem Bett treibt. Aber was hält dich denn fest, wenn du diese Motivation nicht hast?

In der Regel sind es Gedanken wie: 

  • Nur noch 5 Minuten!
  • Ich könnte mich nochmal umdrehen
  • Soll ich wirklich aufstehen und an meinem Manuskript schreiben? Ich könnte auch noch etwas schlafen
  • Es ist so gemütlich hier. Hach… 
  • Soll ich mich dem Leben wirklich schon stellen? In meinem Bett bin ich in Sicherheit…

Mit anderen Worten: Du musst dich dazu entscheiden, aufzustehen und das entgegen aller Gemütlichkeit. Das kostet unglaublich viel Kraft. Und wenn ich daran denke, dass du diese enorme Menge Kraft jeden Morgen aufbringen musst … puh.

Das passiert, wenn du keine großen und echten Entscheidungen triffst. Dann bist du nämlich dazu gezwungen, viele kleine, kräftezehrende Entscheidungen zu treffen. Du musst über jeden Schritt den du machst, über alles was du essen willst, eine Entscheidung treffen. 
Unsere Willenskraft pro Tag ist aber begrenzt. Irgendwann ist sie aufgebraucht – das ist zum Beispiel der Grund, wieso die meisten Fressattacken Abends oder Nachts stattfinden. Du bist dann ausgelaugt, weil du den Tag über zu viele kleine – oft sogar unbewusste – Entscheidungen getroffen hast. Jetzt bist du durch und lässt alle Zügel schießen.

Merke: Am Ende deiner Willenskraft steht immer eine gut gelaunte Bitch und winkt dir freudig zu. Denn jetzt ist sie dran.

Große Entscheidungen vereinfachen dein Leben

Was kannst du also tun, um die vielen kleinen Entscheidungen zu vermeiden? Triff eine große. Eine, die du wirklich ehrlich meinst und von der du überzeugt bist.

Das kannst du tun, indem du zum Beispiel einen bestimmten Standard für dein Leben festlegst. Was für eine Person willst du sein? Die beste Freundin der Bitch, die immer erst zu spät aufsteht und im Leben so viel reagieren muss, dass sie keine Zeit für’s agieren hat? Eine, die immer nur Brände löscht und deshalb nicht zum durchatmen, träumen, machen kommt?

Oder willst du lieber die Diva in dir freilassen? Die frühen Morgenstunden nutzen, um das zu tun, was andere nicht tun – damit du das hast, was andere nicht haben? Dich gern gesund ernähren, dich in deinem Körper wohl fühlen, gut gelaunt und glücklich sein? 

Grundlage für all das, gutes wie schlechtes, sind deine Entscheidungen. Genauso wie es deine Entscheidung ist, ob du daran glaubst oder nicht.

Wenn du dich erst einmal nur auf ein einzelnes Ziel konzentrieren willst, kannst du auch das tun. Nehmen wir das Beispiel Sport. Überlege dir, was du dir davon versprichst, regelmäßig Sport zu treiben. Mehr Fitness? Einen leichteren Alltag? Ein paar Kilo weniger? Weniger Schmerzen? 
Mach dir bewusst, was deine wirklichen Beweggründe sind und wie sehr du sie willst. Und dann entscheide, ohne wenn und aber, dass du es durchziehen wirst und wie du es durchziehen wirst. Denn dann stellt sich dir gar nicht täglich die Frage, ob du heute Sport machen oder „mal faul sein“ sollst – du hast dich entschieden, also tust du es. 

Hast du die große Entscheidung aus vollster Überzeugung getroffen, fallen alle kleineren Entscheidungen weg. Du musst dann nur noch handeln.

Lass mich dir eine kurze Geschichte erzählen …

Momentan trainiere ich abends nach der Arbeit. Da ich eine neue Stelle habe, bei der die Arbeitszeiten anders sind und ich viel dazu lerne, habe ich meinen vorherigen Trainingsplan (morgens vor der Arbeit) umstellen und eine für die neue Situation besser geeignete Lösung finden müssen.

Erst vorgestern kam ich müde nach Hause, stellte meine Sachen ab und lies mich irgendwo fallen. Den ganzen Heimweg über hatte ich schon überlegt, ob ich wirklich noch trainieren gehen sollte. Ich war an dem Tag ohnehin schon unkonzentriert gewesen, es war heiß, ich war durchgeschwitzt und hätte mich lieber in einem kühlen Bad versenkt, als jetzt noch trainieren zu gehen. 

Ich spielte also eine gute halbe Stunde das „soll ich’s wirklich machen oder lass ich’s lieber sein?“-Spielchen. Je länger ich darüber nachdachte, desto mehr tendierte ich zum Nein. Denn ich saß ja schon gemütlich auf der Couch. Außerdem war so viel anderes zu tun. Ich hätte an einem meiner Bücher weiterschreiben können. Oder ein neues Blogdesign für meine Autorenwebseite heraussuchen. Ich hätte auf Facebook „netzwerken“ können (ja genau, diese Art netzwerken, bei der man sich Cartoonseiten und Tiervideos ansieht).

Bis mir plötzlich klar wurde: „Was machst du hier eigentlich?“ Ich hatte mich doch dazu entschieden, die Frau sein zu wollen, die regelmäßig trainieren geht. Die sich ihren Wunschkörper erarbeitet und sich wohl fühlt. Die Frau, die es liebt, trainieren zu gehen und die Stunde im Studio nutzt, um ihren Tag abzustreifen und zu entspannen.
Ich hatte beschlossen, vier mal die Woche – Montag, Mittwoch, Freitag und Samstag – trainieren zu gehen. 

Und auf einmal war es ganz leicht – denn in dem Moment, in dem ich mich daran erinnerte, mich schon entschieden zu haben, nahm ich mir alle wenn’s und aber’s, sowie die kleine Entscheidung (für den heutigen Tag) weg.
Ich stand auf und ging trainieren – so einfach war das. 

Autopilot

Wenn du dir die Zeit nimmst, herauszufinden, was du wirklich tun oder ändern möchtest und dich dann in einem entspannten Zustand wirklich dafür entscheidest, kannst du in anstrengenden Situationen auf Autopilot schalten.

Dann stellt sich dir nicht mehr ständig die Frage, ob du solltest oder nicht solltest. Du kennst die Antwort dann nämlich schon und damit ist das Thema erledigt. Du musst in diesem Bereich nicht jedes Mal neu nachdenken, nicht jedes Mal neu entscheiden – und das spart unheimlich viel Kraft. 
Du wirst merken, dass du viel energiegeladener an deine Aufgaben gehst, wenn du dich nicht jedes Mal aufs Neue dazu durchringen musst. Vor allem musst du dich dann auch nicht jedes Mal neu „motivieren“. Ein bisschen ist es wie damals, als du klein warst. Es wird gemacht, was Mama (deine getroffene Entscheidung) sagt. Basta.

Und an den Tagen, an denen es dir doch mal schwer fällt, zu deiner Entscheidung zu stehen, stelle dir einfach folgende Fragen:
Welche Person will ich sein? Wem will ich Kraft geben - der Bitch oder der Diva? Klick um zu Tweeten

Du bist dran: Welche große Entscheidung musst du dringend treffen? Triff sie jetzt!

 



3 thoughts on “Warum echte Entscheidungen das Leben einfacher machen”

  • Vielen Dank für deinen Beitrag 🙂 Du schreibst super und hast so Recht mit dem was du sagst. Ich muss auch noch viel an diesem Thema arbeiten und daran wie ich es schaffe die Komfortzone endlich zu verlassen 🙂
    Liebe Grüße Caro

    • Hallo Caro, lieben Dank für deinen Kommentar! 🙂
      Die Komfortzone zu verlassen ist am Anfang nicht einfach, aber wenn du es ein paar Mal gemacht hast, wirst du immer besser darin. Versuche es doch mal mit kleinen Aufgaben – ein paar kleine Dinge, die du sofort tun kannst, auf die du aber gar keine Lust hast, obwohl du weißt, dass du dich danach besser fühlen wirst. 🙂

      Liebe Grüße, Alice

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