Wieso der Respekt vor dir selbst so wichtig ist

Wieso der Respekt vor dir selbst so wichtig ist

Wo man nicht geachtet wird, soll man auch nicht einen Augenblick lang bleiben.
– Danpat Raj

Respekt – was ist das eigentlich?

Respekt bedeutet, jemanden oder etwas anzuerkennen. Es bedeutet, einer Person Aufmerksamkeit zu schenken, anstatt sie gedankenlos einfach als gegeben hinzunehmen und zu behandeln, als wäre sie unwichtig. Dazu muss diese Person nicht einmal herausragende Leistungen vollbracht haben. Jedem Lebewesen steht ein gewisser Grundrespekt, die Wahrung seiner Würde zu. Einfach so, ohne dass es dafür zum Mond reisen oder Krebs heilen muss.

Ist Respekt wichtiger als Liebe?

Wenn es hart auf hart kommt: Ja. Denn du musst nicht jeden Menschen lieben – du musst ihn nicht mal mögen – aber du solltest jeden Menschen, so wie er ist, respektieren. Und auch von deiner Warte aus, sollte genau das der Fall sein. Nicht jeder muss dich lieben oder mögen, aber jeder sollte dich respektieren. Weil du Respekt verdient hast.

Natürlich ist es auch wichtig, Menschen um dich zu haben, die du liebst und die dich lieben. Aber Liebe entwickelt sich, die kannst du nicht erzwingen und schon gar nicht einfordern. Was du jedoch einfordern kannst und auch immer solltest, ist Respekt.

Ganz gleich, ob es sich bei deinem Gegenüber um deinen Partner handelt, um deinen Chef, deine Eltern oder den Papst: Sie alle haben sich dir gegenüber respektvoll zu verhalten. Natürlich können sie auch einmal sauer auf dich sein (der Papst ist es vermutlich eher selten), aber auch in ihrer Wut gilt es, gewisse Grenzen nicht zu überschreiten.

Leider ist das nicht immer der Fall. Ich habe selbst schon in einer Firma gearbeitet, in der keinem der Mitarbeiter Respekt entgegen gebracht wurde. Ich habe auch schon Beziehungen geführt, in denen ich vom Partner nicht respektiert wurde. Und ich kann dir versichern: Nichts davon macht dich auf Dauer glücklich.

Warum haben wir solche Angst davor, Respekt einzufordern?

Obwohl Respekt so wichtig für uns ist, landen wir immer wieder in Situationen, in denen wir recht unschön mit uns umgehen lassen. Oftmals wissen oder ahnen wir zumindest, dass es jetzt an der Zeit wäre, die Schultern zu straffen, das Kinn zu heben und einen Schlussstrich zu ziehen. Dem Gegenüber ruhig und sachlich mitzuteilen, dass es eine Grenze überschritten hat und wir auf einen respektvollen Umgang bestehen, ganz gleich, wie die Situation aussieht.

Warum tun wir es nicht? Wieso haben wir oftmals solch eine Angst davor, für uns selbst einzustehen?

Weil wir Angst haben, unseren Partner zu verlieren, wenn wir uns auflehnen. Weil wir uns Sorgen um unsere beruflich „sichere“ Anstellung machen, wenn wir „aufmüpfig“ sind.  Oder wir könnten aus dem Freundeskreis ausgeschlossen zu werden, weil man uns für arrogant oder nervig hält.
Also machen wir uns lieber klein, schlucken die Verletzung unserer Würde runter und tun so, als sei nichts gewesen.

Macht dich so etwas wirklich glücklich? Reicht es dir aus, ein Leben zu führen, in welchem die Grenzen deiner Würde immer wieder überschritten werden? Reicht es dir aus, dich heimlich oder bei anderen aufzuregen, aber nie etwas zu unternehmen? Der respektlosen Person falsch ins Gesicht zu lächeln, während in dir die Abneigung immer weiter wächst?

Die wichtigste Form von Respekt

Wenn wir immer und immer wieder hinnehmen was da passiert, deutet das darauf hin, dass in unserem Leben die wichtigste Form von Respekt fehlt.

Der Respekt vor uns selbst.

Was genau tust du, wenn du zulässt, dass jemand respektlos mit dir umgeht? Du stellst ihn oder sie über deine eigene Person. Du hast Angst, dass etwas schlimmes passieren könnte, wenn du für dich einstehst. Das bedeutet, dass du der Situation oder der anderen Person mehr Respekt zollst, als dir selbst.

Weil es einfacher ist, weil es weniger beängstigend ist. Weil du selbst ja auch nicht so wichtig bist und dich deswegen „nicht so wichtig nehmen“ solltest. Weil du ja „nur“ bist. Merkst du, welche der drei Stimmen hier gerade spricht? Dann weißt du auch, welche gerade fassungslos den Kopf schüttelt und welche schluchzend und verletzt in der Ecke sitzt.

Vielleicht kennst du den Spruch: „Wie wir andere behandeln, sagt mehr über uns selbst aus, als über die andere Person.“
Das funktioniert auch anders herum: „Wie wir uns selbst behandeln oder behandeln lassen, sagt unglaublich viel über uns selbst aus.“

Wie aber Respekt einfordern?

Respekt einzufordern, ist am Anfang nicht einfach. Du weißt nicht, wo du anfangen und erst recht nicht, wo du den Mut dafür hernehmen sollst.
Wir Menschen sind Rudeltiere und wir sind darauf gepolt, dazugehören zu wollen. Wir wollen und brauchen Liebe, ebenso wie wir Anerkennung brauchen. Leider verwechseln wir oft „geduldet und hingenommen oder ausgenutzt werden“ mit dieser Anerkennung. Menschen tun oft alles dafür, um „dabei sein zu dürfen“. Per se ist das auch nichts schlechtes, wenn gewisse Grenzen nicht überschritten werden. Damit dieses Verhältnis sich einpendeln kann, müssen wir diese Grenzen aber erst mal in aller Deutlichkeit ziehen.

Der erste und wichtigste Punkt, an dem du ansetzen kannst, bist immer du selbst. Lerne, dir selbst gegenüber den Respekt zu zollen, den du verdienst. Das können ganz banale Dinge sein:

  • Zweimal täglich Zähne putzen
  • regelmäßig duschen
  • dich täglich zurecht machen (für dich)
  • auf eine ordentliche und saubere Umgebung achten
  • dir täglich eine halbe Stunde nur für dich selbst nehmen
  • auf saubere und passende Kleidung achten
  • dich gesund ernähren
  • dich ausreichend bewegen (z.B. spazieren)
  • Sport treiben
  • ein Hobby pflegen

Es müssen für den Anfang nicht immer die ganz großen Gesten sein. Aber wenn du anfängst, dich selbst zu respektieren, wirst du mit der Zeit auch den Mut aufbringen, das von anderen einzufordern. Andersherum gesagt: Wieso sollen andere Menschen dich respektieren, wenn du es nicht einmal selbst tust?

Was Zähne putzen und gesunde Ernährung mit Respekt zu tun haben?

Weil es darum geht, dass du dich selbst wertschätzt. Du hast es verdient, gesund und fit zu sein. Du hast es verdient, dich in deiner Haut wohl zu fühlen. Du hast es verdient, nur die beste und gesündeste Nahrung zu erhalten, anstatt den zusammengepampten Fertigmist. Und bevor das Argument „aber man muss sich doch mal was gönnen“ aufkommt: Ja, natürlich kannst du dir mal den zusammengepampten Fertigmist gönnen, wenn du darauf bestehst. Die Betonung liegt jedoch auf mal und mal bedeutet nicht täglich.

Genauso hast du es verdient, in einer schönen sauberen Wohnung zu leben. Kleidung zu tragen, die sauber und ordentlich ist, ohne Risse und Flecken. Zusammengefasst: Du hast es verdient, dass du dich um dich selbst kümmerst. Weil das bedeutet, Respekt vor dir selbst und deinen eigenen Bedürfnisse zu haben.

Und dazu gehört auch, dir pro Tag eine halbe Stunde nur für dich zu nehmen. Ja, auch wenn du Kinder hast. Ja, auch wenn dein Leben anstrengend ist. Im Grunde kannst du dir merken: Je mehr du argumentierst, dass du für 30 Minuten (aus 1.440 Minuten pro Tag) keine Zeit hast, desto dringender brauchst du sie. Versuch es einfach mal. Schluck jedes „Aber“ runter, sieh dir deinen Tag an und finde heraus, wann es passt.

Passt gar nicht? Dann steh 30 Minuten eher auf oder geh 30 Minuten eher ins Bett und lies dort noch etwas.
Du findest immer noch keine Zeit? Schaust aber Abends irgendwelche RTL II Serien? Dann hast du deine Antwort, wann du Zeit für dich hättest.

Du hast die Zeit. Nimm sie dir. Du bist wichtig und du hast es verdient.

Wenn du gelernt hast, dich selbst zu respektieren, wirst du bereit sein, diesen Respekt aus ganzem Herzen anderen zu zollen und ihn von anderen auch für dich einzufordern. Das Beste daran: Meistens musst du ihn nicht mal mehr aktiv einfordern. Weil deine Ausstrahlung das bereits für dich tut.



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