Sexszenen in Büchern ist ein Thema, das durchaus die Gemüter bewegt. Einige finden, dass Sexszenen unnötig sind, für andere sind sie unverzichtbar und gehören einfach dazu.

Ganz so einfach ist die Frage nach “Braucht es Sexszenen in Büchern?” nicht zu beantworten, da unglaublich viele Faktoren eine Rolle spielen.

In der heutigen Folge spreche darüber, ob Sexszenen in Büchern unbedingt sein müssen, was ich in Bezug auf Sexszenen und mein eigenes Lese- und Schreibverhalten gelernt habe und warum (und wie) ich mich an eine Konfrontationstherapie mit dem Thema Sexszenen gewagt habe.

Hör jetzt in die Folge rein!

 

Links zur Folge

Die Webseiten meiner Pseudonyme findest du hier:

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Die Regeln für Sexszenen in meinen Romanen

Ich veröffentliche Romane unter drei verschiedenen Pseudonymen:

  • Nicky B. Barnes (süße Romance “nur mit Menschen” und ohne explizite Sexszenen)
  • Ally J. Stone (romantische Fantasy mit wichtigen Sexszenen)
  • Aria Hunter (Dark Romantasy & Reverse Harem mit expliziten Sexszenen)

Natürlich wäre es einfacher gewesen, alle meine Romane unter einem Pseudonym zu veröffentlichen, nur einen Instagram-Kanal, eine Webseite und einen Newsletter zu betreuen.

Da mein Schreib-Interesse aber immer mal wieder zwischen “süßer Story ohne expliziten smut” bis hin zu “gib ihm” schwankt, habe ich Pseudonyme in drei verschiedenen “Spice-Stufen” gewählt, um meine Geschichten entsprechend einsortieren zu können. (Mehr über Spice erfährst du in der oben eingebundenen Podcast-Episode.)

Das macht es nicht nur für mich einfacher, die Geschichte einzusortieren, jede Leserschaft findet bei mir genau das, was ihren Vorlieben entspricht, ganz gleich ob sie in der Kategorie “süß”, “mittel” oder “holy shit” unterwegs sind.

Was tun, wenn die Sexszene “too much” ist?

Ich bin als Leserin im letzten Jahr intensiv in die Genres “Reverse Harem” und “Dark Romantasy” eingetaucht, um ein besseres Gefühl für das Genre zu bekommen, in dem ich als Aria unterwegs sein werde.

Dabei sind mir verschiedene Dinge aufgefallen:

  1. Es gibt bestimmte Wörter/Phrasen, die ich persönlich nicht mag und die in meinen Büchern auch nicht auftauchen werden (z.B. der Begriff w*ore).
  2. Wenn mir eine Geschichte gut gefällt, stören mich diese Phrasen aber auch nicht beim Lesen. Ich habe Bücher gelesen, die mit gewissen Ausdrücken gespickt waren, aber die Story dahinter war so interessant, dass ich diesen Teil einfach “überlesen” habe. (Nichts hält mich von einer guten Story ab! :D).
  3. In jedem Genre und jeder Nische gibt es verschiedene Level an “spice” und für jedes Level gibt es Fans! Ich “muss” also nicht unbedingt in Extreme abrutschen, wenn das nicht zu mir und meinem Schreibstil passt.

Ganz besonders der letzte Punkt war für mich eine extreme Erleichterung. Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass mich das Genre “dark” interessiert, ich aber nicht an dem Punkt bin, dass ich “super super dark” schreiben kann oder möchte. 

Zu wissen, dass es selbst in Dark Romantasy mehrere Level an Grau gibt, hilft mir dabei, mich genau dort einzunisten, wo ich mich wohl fühle und meine Geschichten auch entsprechend rüberbringen kann.

Probleme mit dem Schreiben von Sexszenen?

Wenn es zum Schreiben von Sexszenen kommt, habe ich ein Problem: Ich bin extrem perfektionistisch.

Die Sorge, dass  meine Sexszenen als “schlechter und billiger p*rn” rüberkommen und damit vielleicht sogar den ganzen Roman runterreißen, bremst mich jedes Mal extrem aus.

Also habe ich mir im letzten Jahr selbst eine Konfrontationstherapie verschrieben, die im Grunde aus zwei einfachen Schritten bestand:

  • Schritt 1: Lesen. Wie schon gesagt bin ich sehr tief in die Dark Romance abgetaucht und habe jedes smut Buch mitgenommen, das mir in KU über den Weg lief. (Natürlich nur zu Recherchezwecken, hust hust.)
  • Schritt 2: Ich habe ganz bewusst P**rn geschrieben. Dafür habe ich in meinem Schreibprogramm ein großes buntes Post-It festgepinnt, auf dem steht “Niemand außer dir wird das lesen! Hau rein!” Das hat mir geholfen, die “Oh nein!”-Stimme in meinem Kopf zu überrumpeln und als es dann an mein echtes Manuskript ging, waren diese Sexszenen (im Gegensatz zu denen aus meinem Konfrontations-Manuskript) überhaupt kein Drama mehr.

Fazit: Müssen Sexszenen in Büchern sein?

Nein. Es gibt so viele unterschiedliche Bedürfnisse von lesenden Personen und ich finde es großartig, dass es genauso viele unterschiedliche Angebote von Schreibenden gibt.

Lesen ist ein Hobby, eine Flucht aus unserem Alltag und manchmal auch einfach nur ein Baumeln lassen der Seele. Und ich denke, für diesen Zweck sollten wir Lesenden genau das bekommen, was wir wollen.

Schreibst du selbst Romane mit Sexszenen oder eher ohne? Hast du vielleicht andere Szenen, die dir Schwierigkeiten bereiten und bei denen es dir nützen würde, diese Szenen in einem Spiel-Dokument einmal “absichtlich schlecht” zu schreiben?

Verrate es mir in den Kommentaren!